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Klaus Schaefer gründete 1983 eine Unternehmensberatung ausschließlich für Friseure. Diesen Herbst zog sich der 68-Jährige aus dem Seminargeschehen zurück. Wir haben ihn besucht.

„Aufhören zu arbeiten möchte ich nicht“, stellt Klaus Schaefer gleich zu Beginn unseres Treffens bei Schaefer Consulting in Oberdachstetten klar. Und ich wundere mich nicht. Mit Begeisterung führt er mir die Bedeutung von Erfolgsanalyse, rationellem Arbeiten und Auslastung vor Augen, sodass mir vor lauter Zahlen der Kopf raucht. Doch gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass ich es dank seiner Expertise mit meinem eigenen Salon weit bringen kann – und vergesse für einen Augenblick, dass ich keine Friseurin, sondern angestellte Redakteurin bin. Die Energie, mit der Klaus Schaefer von seiner Leidenschaft, Friseurunternehmer zu beraten, erzählt, reißt mit.

Friseure habe emotionale Intelligenz

Der Diplom-Betriebswirt startete in der Industrie, bei Kimberly-Clark und Unilever, begann dann aber ein Volontariat in einer Unternehmensberatung, die Betriebe aus verschiedenen Branchen zu ihren Kunden zählte. Dort betreute Klaus Schaefer zum ersten Mal einen Friseur und entdeckte seine Lieblingsbranche: „Friseure haben eine hohe emotionale Intelligenz. Die war mir in der Zeit bei der Industrie abhandengekommen.“ Als die Entscheidung gefallen war, sich mit Schaefer Consulting selbstständig zu machen, brach der Unternehmensberater mit allen anderen Branchen und konzentrierte sich ausschließlich auf Friseure. Inzwischen hat Schaefer Consulting rund 200 Mandanten und nutzt diese Konzentration auf die Branche, um bei der empirischen Arbeit mit Kundendaten eine bestmögliche Vergleichbarkeit zu erzielen.

Vertrauen in die eigene Leistung

Denkt Klaus Schaefer an seine Anfänge in der Friseurbranche, so erinnert er sich an die große Aufbruchstimmung, die damals, in den 80ern, herrschte. Und die er heute manchmal vermisst. Die Unternehmer seien früher mutiger gewesen, heute scheuten viele das Risiko. Das Sicherheitsdenken habe zugenommen. „Man braucht Mut und den Glauben an sich selbst. Nicht aufgeben, dranbleiben!“ fordert Klaus Schaefer nicht nur von sich, auch von seinen Mandanten. Es sei immer die Frage, mit welcher Kontinuität und Nachhaltigkeit man etwas angehe. Und es bedürfe eines gewissen Vertrauens: in das Können und die menschliche Leistung, die eigene und die des Teams. Und ein grundlegendes Vertrauen, dass alles gut wird. „Wer will, der kann auch“, ist Schaefer überzeugt.

Als Friseur nicht beschweren

Auch angesichts der Corona-Krise sieht Klaus Schaefer keinen Grund für Friseure zu jammern. Der Werkstoff, den sie bearbeiten, wachse schließlich immer nach. „Ich bin ehrlich: Als Friseur darf man sich meiner Meinung nach nicht beschweren“, sagt er. Ihn interessiere, wie es geht, und nicht, wie es nicht geht. So habe zum Beispiel eine Idee des Schaefer-Beraterteams, eine Solidaritätsaktion für Pflegekräfte, den Salons jede Menge Neukunden beschert. Kreativ sein, Ideen entwickeln, hart arbeiten – was im Mai in vielen Salons geleistet wurde, sei bemerkenswert.

Zeigen, was möglich ist

Hart an sich zu arbeiten, um immer besser zu werden, ist eine Eigenschaft, die sich Klaus Schaefer wohl auch in seiner Zeit bei der Jugend-Europa-Auswahl im Golfen angeeignet hat. „Einen Ball immer und immer wieder zu schlagen, bis er präzise fliegt, ist eine schwere Übung. Aber erst das Wahnsinnsgefühl, diesen tollen Schlag dann endlich zu beherrschen …“ Wie im Sport sei der Unternehmenscoach der Trainer, der aufzeigt, was möglich ist, und der manchmal auch Konsequenzen vor Augen führen muss: „Die schwierigste Aufgabe des Unternehmensberaters ist es, dem Kunden das Brett vor dem Kopf wegzunehmen“, formuliert er es drastisch. Viele Unternehmer kämen erst, wenn sie schon in der Krise sind. Das sei falsch. Auch Sportler bräuchten den Trainer nicht erst, wenn sie ihr Leistungstief erreicht haben, sondern um kontinuierlich besser zu werden.

Weitere Standbeine in der Branche

Mit der friseurexklusiven Marke Miée und dem Kassensoftware-Programm Victory will sich Schaefer & Partner in der Branche ganzheitlich aufstellen. Schaefer junior, Bastian, baut Miée derzeit weiter auf. Grundidee der Marke ist das Alleinstellungsmerkmal, das sie dem Friseur garantieren. Denn pro 10.000 Einwohnern darf nur ein Friseur die Produkte führen. Bastian Schaefer unterstützt zudem den Academy-Bereich als Trainer und ist der „potenzielle Nachfolger“ seines Vaters und Mentors. Und so erkennt man in der Entwicklung der beiden Männer auch gewisse Parallelen, unter anderem die, das er, wie Bastian Schaefer schmunzelnd bemerkt, auch zu lange studiert habe – wie sein Vater. Er sei froh, mit jemandem zusammenzuarbeiten, dem er so vertraue, und der einem Vertrauen schenke. Und er schätz die Freiheit, die der Vater jedem der rund 50 Mitarbeiter zugestehe, mit der man aber auch klarkommen müsse. „Für mich ist das das Schöne hier im Haus, denn vieles geschieht durch die einzelnen Mitarbeiter, durch ihre Ideen und ihre Begeisterung. Anders würde es auch nicht funktionieren. Denn um diese, auch zwischenmenschliche Leistung dauerhaft erbringen zu können, muss man fühlen, was man tut, sonst verbrennt man“, sagt Bastian Schaefer.

Gutes Beraterteam aufgebaut

In die Fußstapfen des Gründers, der aktuell noch etwa 20 Mandanten betreut, muss Bastian Schaefer gleichwohl nicht alleine treten. Mit den Jahren habe sich ein gutes Beraterteam aufgestellt, mit dem gemeinsam der Junior die Ziele, die sein Vater formuliert, erfüllen möchte: „In Ruhe weiterwachsen – unter Berücksichtigung der moralischen Ansprüche. Die eigene Wahrheit sagen und sie vertreten und Verantwortung übernehmen.“ Und ein ganz besonderer Wunsch: „Aus dem Sohn weiter einen Freund gewinnen“. Auch das dürfte umzusetzen sein, denn, so stellt Klaus Schaefer lachend und mal wieder in Zahlen fest: „Im Moment sind wir bei 80 %.“

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